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Rasenmähermesser schärfen

Ist das Schnittbild nicht mehr so schön und sind die Grashalme nach dem Mähen ausgefranst, liegt das meist an stumpfen Rasenmähermessern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Rasenmähermesser schärfen können.

Rasenmähermesser schärfen lassen

Sie können natürlich Ihren Rasenmäher schärfen lassen. Die meisten Märkte mit Rasenmähern im Angebot, bieten auch einen entsprechenden Schleifservice an. Bei vielen Obi- und Hornbach Märkten ist dies beispielsweise möglich.

Alternativ übernehmen das aber auch Schleifereien oder der Schmied Ihres Vertrauens. Sie können Ihre Messer sogar per Post zu einer Scherenschleiferei senden. Da sollten solcherlei Arbeiten fachgerecht erledigt werden. Wenn Sie Ihre Rasenmähermesser schärfen lassen bedeutet dasallerdings auch ein Mehr an Zeit und Geld. Der eigene Werkzeugkasten ist recht gut bestückt, weshalb also nicht selber Hand anlegen?

 

Selber schärfen – Anleitung

Rasenmäher schärfenUm an das Schneidwerk zu gelangen, muss der Rasenmäher auf die Seite gedreht werden. Wenn Sie einen Elektro Rasenmäher haben, sollte dass auch kein Problem darstellen.

Doch Vorsicht! Bevor sich die Finger dem Schneidemesser nähern, unbedingt den Netzstecker ziehen. Viel zu schnell ist, ohne Absicht, der Einschalter betätigt.

Ein wenig komplizierter wird die Sache bei Mähern mit benzinbetriebenen Motoren. Den Tank zuerst mal möglichst leer fahren. Was nicht drin ist, kann später auch nicht auslaufen, wenn Sie den Rasenmäher schärfen wollen. Durch das Kippen auf die Seite kann dies schnell passieren. Nutzen Sie zusätzlich am besten noch eine öldichte Unterlage wie beispielsweise eine Gartenplane etc. (siehe unten).

Arbeitsunterlage fürs Rasenmäher schärfen

wasser- und öldichte Arbeitsunterlage

1. Vorbereitende Arbeiten

Beim Kippen sollte darauf geachtet werden, dass Öleinfüllöffnungen oberhalb zum Liegen kommen. Nach der Messerdemontage, den Mäher zur Sicherheit lieber wieder aufrichten. Ganz wichtig bei Benzinrasenmähern ist es, vor der Arbeitsaufnahme die Zündkerze zu entfernen. Verdreht man unterhalb des Gerätes das Schneidemesser, kann es sonst im Motorzylinder zu Kompressionsdruck kommen, der sich mit einem starken Impuls entladen könnte. Das kann zu schweren Verletzungen führen.

 

2. Die Demontage

Wenn diese Sicherheitsmaßnahmen beachtet wurden, der Mäher sicher auf der Seite liegt und wir ein zweiflügliges Schneidemesser erblicken, haben wir schon fast gewonnen. Dieses Messer muss ausgebaut werden. Befestigt ist es entweder mit zwei kleinen Schrauben, rechts und links neben der Antriebswelle, oder aber mit nur einer Schraube, direkt an der Antriebwelle.


  1. Die Herangehensweise ist in beiden Fällen ähnlich. Bei sechskantigen Schraubenköpfen, eignen sich Maulschlüssel, besser noch sind Ringschlüssel. Hat man eine sechseckige Vertiefung in der Mitte, meist dann, wenn das Messer direkt an der Antriebswelle befestigt ist, benötigt man einen passenden Imbusschlüssel.

  2. Nach längerer Ruhezeit benötigen die Schrauben oftmals einen kurzen Weckimpuls. Mit einer Hand sichern Sie das Messer vor Verdrehung. Dabei am besten Handschuhe benutzen, dass beugt auch bei stumpfen Messern Unfällen vor. Mit einem kleinen Hammer geben Sie einen leichten Schlag mit dem Werkzeugstiel in die linke Drehrichtung.

  3. Nach längerer Ruhezeit benötigen die Schrauben oftmals einen kurzen Weckimpuls. Mit einer Hand sichern Sie das Messer vor Verdrehung. Dabei am besten Handschuhe benutzen, dass beugt auch bei stumpfen Messern Unfällen vor. Mit einem kleinen Hammer geben Sie einen leichten Schlag mit dem Werkzeugstiel in die linke Drehrichtung.

Ganz wichtig ist es sich zu merken, wo welche Scheibe positioniert war. Diese müssen später genau in gleicher Richtung und gleicher Position wieder montiert werden. Das Messer ist nun frei. Nach gründlicher Reinigung wird es in einem Schraubstock eingespannt. Dabei ist darauf zu achten, dass das Messer flach, mit den seitlichen Abkröpfungen nach oben, fest fixiert wird.

 

3. Das Schärfen

Nicht jeder Hobbyhandwerker hat eine stationäre Schleifmaschine. Außerdem erfordert das Schärfen des Rasenmähermessers mit einer solchen Maschine doch etwas mehr Erfahrung und Fingerfertigkeit. Viel zu schnell kommt es beim Schleifen der schmalen Schneide zur Überhitzung. Hat sich der Stahl erst einmal dunkelblau verfärbt, ist es um seine Härte geschehen. Überlassen wir das also den Fachleuten.


Abzuraten ist auch der Einsatz von Handwinkelschleifern. Hier besteht ebenfalls das Problem mit der unkontrollierbaren Wärmeeinbringung, außerdem ist eine saubere Führung kaum möglich. Obendrein wäre der Materialabtrag viel zu groß.


  1. Wir belassen es bei einer einfachen Stahlfeile oder einen Abziehstein, mittlerer Körnung.

    Abziehstein SiliFix mit grober und feiner Körnung


  2. Bevor wir beginnen, bleibt festzuhalten: geschliffen wird nur einseitig, so dass unsere Schneide in einem spitzen Winkel an der Messerunterseite ausläuft. Andernfalls würde der Grashalm, trotz scharfer Schneide, an deren Schräge reiben und ausfransen. Gerade das soll vermieden werden.

  3. Nach Kontrolle des Anstellwinkels, können wir die Arbeit beginnen. Die Feile sollte dabei ganzflächig auf der zu bearbeitenden Messerschräge aufliegen. Mit einem seitlichen Blick, lässt sich das kontrollieren.

  4. Nun arbeiten wir uns über die gesamte Schnittfläche vor, indem wir die Feile, mit leichtem Druck, stets auf den Anstellwinkel achtend, von oben nach unten bewegen.

  5.  Das machen wir so lange, bis sich am unteren Rand des Schneidemessers eine glatte, gerade Schnittkante abzeichnet.

  6. Danach wird das Rasenmähermesser gedreht und der gleiche Vorgang am zweiten Flügel wiederholt.

 

4. Messer auswiegen

Nun ist es wichtig zu prüfen, ob die Symmetrie des Messers noch stimmt. Falls an einem Flügel zuviel Material abgetragen wurde, kann das zu Ungleichgewicht führen. Das Messer würde bei seinem späteren Einsatz unrund laufen. Es würde zum Schlagen der Antriebswelle und damit zu einem sicheren Defekt des Rasenmähers führen.

Die meisten Rasenmähermesser haben dafür einen Wiegepunkt, eine kleine runde Ausformung, in der Mitte. Diese wird mit ihrer Spitze auf dem Ambossteil des Schraubstockes aufgelegt. Schwingen dabei beide Messerflügel in gleicher Höhe, ist alles in bester Ordnung. Anderenfalls müsste noch einmal nachgeschliffen werden.

Existiert an Ihrem Schneidemesser kein solcher Wiegepunkt, hilft man sich indem man einen Schraubendreher wagerecht einspannt, das Messer an der mittleren Bohrung daran aufhängt und auf diese Art auswiegt.

 

5. Nacharbeit und Entgratung

  1. Im Anschluss werden, die nun geschliffenen Schrägen noch einmal abgezogen. Hierbei sollen Riefen, die beim Schleifvorgang entstanden sind, geglättet werden. Das geschieht mit einer feinen Schlichtfeile.

  2. Ist alles glatt, müssen nur noch die Grate entfernt werden. An der Oberseite ist das einfach. Indem man die Schlichtfeile flacher anstellt und über die Kante zieht, wird diese sicher entgratet.

  3. An unserer, nun scharfen Schneide sollte das etwas vorsichtiger von Statten gehen. Am besten wird das Messer jetzt mit der Unterseite nach oben eingespannt. Die Schlichtfeile wird dann flach auf die Messerfläche aufgelegt und glatt nach vorn geschoben. Das wird solange wiederholt, bis kein Grat mehr fühlbar ist.

  4. Zum Fühlen bitte ein weiches Tuch oder Zellstoff benutzen. Wenn nichts mehr hakt, ist das Messer fertig.

Der Einbau erfolgt nun in genau umgekehrter Reihenfolge wie vorher die Demontage. Die abgeknickten Messerenden müssen in Richtung Himmel weisen und der Wiegepunkt sollte sein Gegenstück in der Montageplatte des Mähers finden. Ganz wichtig: sämtliche Klemm- und Sicherungsscheiben wieder in ihre ursprüngliche Position bringen. Ist dann wieder alles schön fest kann der erste Testschnitt erfolgen.

Spindelmäher schärfen

Spindelmäher sind diese Geräte, mit denen das Muster in den Stadionrasen gezaubert wird. Im allgemeinen sind ihre Messerwalzen bei richtiger Einstellung von Schneide und Gegenschneide selbstschärfend.

Sollte es nach längerem Gebrauch doch mal nötig werden, Ihren Spindelmäher schärfen zu müssen, ist es ratsam, dafür eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Die haben das nötige Know-how, um ihrem Mähgerät wieder Höchstleistungen zu entlocken.

Spindelmäher schärfenBleibt zu guter Letzt noch der muskelbetriebene Handrasenmäher, ebenfalls ein Spindelmäher, der für kleinere oder schwer zugängliche Flächen sehr nützlich ist. Bei diesen Geräten sollte man verbogene Schneiden mit einem kleinen Hammer wieder in Form bringen.

Mit einem Maulschlüssel wird die Messerwalze dann so nachgestellt, dass sie minimalsten Abstand zur Gegenschneide hat. Die Welle sollte sich noch leicht drehen, ein sanftes Klingeln ist erlaubt. Ist das der Fall, schärfen sich auch hier die Messer selbstständig und Sie werden wieder Freude an ihrem Gerät haben. In diesen Sinne darf die nächste Rasensaison jetzt kommen.

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